Als NiSi Österreich Markenbotschafter durfte ich Anfang 2021 als erster in Österreich dieses Objektiv in Händen halten und ausprobieren. Für mich war es damals ein spannendes Review, auf das ich auch persönlich neugierig war. Ich kannte NiSi von den Filtern und der Makro-Nahlinse, aber ein Objektiv ist nochmal eine andere Hausnummer. Umso positiver überrascht hat es mich in den folgenden Monaten…

Zu meiner Ausgangslage

Meine Fotografie ist ja sehr vielseitig und reicht von Landschafts- & Reisefotos bis zu Auftrags-Architekturfotografie. Besonders der Ultraweitwinkelbereich ist für mich enorm wichtig.

Ich bin 2020 von der Canon 5D MK4 auf die spiegellose Canon R5 umgestiegen. Dementsprechend besitze ich noch viele Objektive aus meiner Spiegelreflex-Zeit mit dem Canon EF-Mount. Aus dem Ultraweitwinkelbereich waren meine wichtigsten Objektive das Canon EF 11-24mm f/4 L, das Sigma EF 14mm 1.8 Art und das Canon 17-40mm f/4 L, das damals mein einziges UWW mit Schraubfiltergewinde war.

Zum Objektiv selbst

Das NiSi 15mm hat ein RF-Bajonett und kann somit ohne Adapter direkt auf die R5 montiert werden. Man muss – zumindest bei Canon – einmalig im Menü den Punkt „Ohne Objektiv auslösen“ aktivieren, denn es ist ein manuelles Objektiv. Es besitzt sowohl einen manuellen Fokusring als auch einen manuellen Blendenring. Damit kann die Blende sichtbar in ganzen, aber auch effektiv in Drittelstufen eingestellt werden.

Es wiegt knapp unter einem halben Kilo und hat eine sehr kompakte Größe. In meinem Objektivsortiment ist es mit Abstand das kleinste und leichteste Objektiv. Nichtsdestotrotz ist es aber spürbar hochwertig verarbeitet mit einem Metallgehäuse. Gummiring zur Abdichtung beim Bajonett hat es zwar keinen, ich habe es aber auch in extremen Situationen (Regen, Feuchtigkeit, Staub) intensiv verwendet und keinerlei Beeinträchtigung feststellen können. (Bitte nur auf eigene Verantwortung nachmachen)

Mit Offenblende f/4 ist es zwar nicht auf der sehr lichtstarken Seite, ich verwende es persönlich eher bei viel Licht und abgeblendet. Falls ich doch die Offenblende brauche, erfüllt es seinen Zweck aber sehr gut.

Noch ein nettes Detail: Das Objektiv hat eigentlich 14,5mm Brennweite, ist also noch etwas ultraweitwinkeliger als angegeben. Auf jeden Fall ein Vorteil!

Das Objektiv kostet € 479 und ist derzeit für die spiegellosen Mounts von Canon (RF), Nikon (Z), Sony (E), Fuji (X) und Leica (L) verfügbar. Wenn du bei der Bestellung „GönndirNiSi“ im Kommentarfeld angibst, bekommst du ab sofort einen HUC UV 72mm Filter als kostenlose Draufgabe dazu, solange der Vorrat reicht.

Direktlink: www.nisioptics.at/produkt/nisi-15mm-f4

Filter

Das besondere an diesem Objektiv ist für mich die Möglichkeit, mit Schraubfiltern bzw. einem 100mm Filtersystem zu arbeiten. Es hat ein 72mm Filtergewinde und ermöglicht damit die Verwendung eines 72mm Schraubfilters oder mittels Adapterring eines V6/V7-Systems mit 100mm Rechteckfiltern ohne Vignettierung.

In diesem Brennweitenbereich ist das ein unglaublicher Vorteil und ermöglicht mir die Verwendung von Filtern wie CPL, ND, GND oder Natural Night auch im Ultraweitwinkelbereich ohne große Filtersysteme.

Fokus

Der Fokus muss manuell eingestellt werden. In meinem Fall bedeutet das in 98% der Zeit, dass ich den Strich mittig am Unendlichkeitszeichen ausrichte. Für andere Entfernungen kann eine Fokus Peaking-Anzeige helfen.

Aufpassen sollte man jedenfalls, dass man nicht unabsichtlich beim Halten des Objektivs den Fokus verstellt. Ich überprüfe regelmäßig die Stellung des Fokusrings.

Abbildungsqualität & Verzeichnung

Die Schärfe ist, besonders abgeblendet, sehr gut. Es fallen keinerlei Bildfehler wie Chromatische Abberation, Coma etc. auf. Es gibt eine geringfügige Verzeichnung, die aber nur bei parallelen Linien am Bildrand auffällt. Adobe Lightroom enthält noch kein Korrekturprofil, ich nutze üblicherweise eine manuelle Verzeichungs-Korrektur um ein paar wenige Punkte, falls es auffällt.

Blendenstern

Ein weiteres Extra dieses Objektiv ist der Fokus auf besonders eindrucksvolle Blendensterne, z.B. bei der Sonne oder Kunstlichtquellen am Abend. Die Sterne entstehen bereits bei Offenblende, sind aber besonders spektakulär bei Blende f/11. Sogar wenn die Sonne frei am Himmel steht, werden die Lichtstrahlen sternförmig gebrochen. Noch stärker ist der Effekt bei kleinen Lichtquellen oder wenn sich eine Lichtquelle an einer Kante bricht.

Meine Verwendung

Ich verwende dieses Objektiv in erster Linie für Landschaftsfotos auf Reisen, beim Wandern, aber auch bei Fotoaufträgen, z.B. Immobilienfotos, sowohl am Stativ als auch freihändig. Gestalterisch habe ich oft den Anspruch einer großen Schärfe und sehr guten Abbildungsqualität. Um die Schärfentiefe zu vergrößern ohne in den Bereich der Beugungsunschärfe zu kommen, sind meine häufigsten Blendeneinstellungen f/8, f/11. Bei wenig Licht und/oder der Notwendigkeit von kurzen Zeiten lasse ich die Blende fallweise etwas offener, für möglichst lange Belichtungszeiten nutze ich in Ausnahmefällen auch mal f/16.

Bei einem Großteil der Fotos habe ich auch Filter verwendet. Im Freien ist der Polfilter (z.B. der neue True Color CPL) ein Fixstarter. Für Langzeitbelichtungen nutze ich, z.B. mittels V7, den ND64/ND1000 und bei Bedarf auf Grauverlaufsfilter. Bei starkem Kunstlicht, z.B. bei abendlichen Fotos in Städten, ist der Natural Night Filter ein Fixstarter, meistens direkt als Schraubfilter.

Für dunkle Neumond-Sternenhimmel nehme ich weiterhin mein enorm lichtstarkes Sigma 14mm 1.8, dafür war es aber auch nie als Ersatz gedacht.

Mein Fazit

Dieses Objektiv wurde unerwartet zu einem Fixstarter in meinem Fotorucksack!

Ich bin begeistert von der Qualität, besonders in Bezug auf Größe und Preis, sowie von der Möglichkeit, kleine Filter verwenden zu können.

Den Fokusring finde ich in der Praxis etwas zu leichtgängig, den sollte man immer im Auge behalten, um unabsichtliche Änderungen zu vermeiden.

Die Einstellungen sind in der Praxis oft ident: Fokus auf Unendlich und Blende auf Werte wie f/8 oder f/11.

Besonders für Landschafts-, Architektur- und generell Reisefotografie ist dieses Objektiv ein Fixstarter geworden, den ich nicht mehr missen möchte.

Mein Youtube-Video-Review

Ich freue mich über Kommentare unter dem Video.

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