Ich durfte im Herbst das neue NiSi 9mm an der Canon R7 testen. Als intensiver Nutzer des NiSi 15mm an der Canon R5 war es für mich spannend, zu sehen, wie das neue APSC-Äquivalent performt.

Als großer Fan von Ultraweitwinkel-Objektiven habe ich hohe Ansprüche bezüglich Schärfe, Abbildungsfehlerfreiheit und möchte schöne Blendensterne.


Zum Objektiv selbst:

Das NiSi 9mm ist für spiegellose APS-C Kameras und kann somit ohne Adapter direkt, z.B. auf die Canon R7/R10 montiert werden. Man muss – zumindest bei Canon – einmalig im Menü den Punkt „Ohne Objektiv auslösen“ aktivieren, denn es ist ein manuelles Objektiv. Es besitzt sowohl einen manuellen Fokusring als auch einen manuellen Blendenring. Damit kann die Blende sichtbar in ganzen, aber auch in Zwischenstufen eingestellt werden.

Beim Auspacken hinterlässt das Objektiv einen sehr hochwertigen Eindruck. Die gelbe Gummilippe beim Bajonett sorgt für eine Wetterversiegelung. Es wiegt 364g und ist mit 74 mm x 78 mm (Durchmesser mal Länge) auch sehr kompakt. Dadurch kann es auch ohne Probleme auf Ausflüge mitgenommen werden. Die Naheinstellgrenze liegt bei 20cm.

Das Objektiv ist für folgende Mounts verfügbar: Canon RF, Sony E, Nikon-Z, Mikro 4/3, Fujifilm X.

Filter

Wie beim NiSi 15mm ist auch bei diesem Objektiv ein großer Pluspunkt das Filtergewinde, das 67mm Schraubfilter oder mittels Adapterring ein V6/V7-System mit 100mm Rechteckfiltern ohne Vignettierung ermöglicht.

Fokus

Der Fokus muss manuell eingestellt werden. Normalerweise hat man den Großteil der Zeit den Strich mittig am Unendlichkeitszeichen ausgerichtet. Für andere Entfernungen kann eine Fokus Peaking-Anzeige oder das Einstellen der ungefähren Entfernung des Motivs zur Sensorebene helfen.

Abbildungsqualität & Verzeichnung

Auch bei schwierigen Lichtverhältnissen (sehr helle neben sehr dunklen Stellen) entstand keine Chromatische Aberration! Die Schärfe ist, besonders etwas abgeblendet, sehr gut.

Die Verzeichnung ist UWW-typisch und leicht korrigierbar, sofern sie überhaupt auffällt (eher nur bei parallelen Linien an Bildrand). Eine Vignettierung ist mir bei den Testfotos in der Praxis nicht störend aufgefallen.

Blendenstern

Besonders gespannt war ich auch auf die Darstellung der Blendensterne und wurde nicht enttäuscht. Ähnlich wie beim NiSi 15mm entstehen bei kleinen, punktuellen Lichtquellen schöne Blendensterne. Ich nutze dafür meist f/8-f/11, aber auch darunter sind sie bereits deutlich sichtbar.

Bokeh

Ultraweitwinkel-Brennweiten erzeugen naturgemäß eine große Schärfentiefe, f/2.8 ermöglicht aber auch, mit Unschärfe im Hinter- oder Vordergrund zu arbeiten. Bei Fokus auf sehr nahen Motiven entsteht bei Offenblende f/2.8 ein schönes Bokeh.

Einsatzgebiete

Neben klassischer Landschaftsfotografie ist das NiSi 9mm durch die gute Lichtstärke auch für Aufnahmen in dunkleren Innenräumen sowie für Fotos von Sternenhimmel, Nordlicht, etc. geeignet.

Mein Fazit:

Das Objektiv hat sich im Praxistest bewährt und bekommt meine Empfehlung. Folgende Gründe sprechen dafür:

  • kompakte Größe und geringes Gewicht
  • gute Lichtstärke f/2.8
  • Schraubfilter bzw. das V7 können verwendet werden
  • gute Abbildungsleistung und Schärfe, keine störenden Bildfehler
  • Wetterversiegelung
  • schöne Blendensterne
  • Preis-Leistung!


#Transparenz: Als NiSi Ambassador wurde mir das Objektiv vorab für einige Tage zur Verfügung gestellt, um dieses Review zu machen. NiSi Austria ist ein enger Partner, dieses Review ist unbezahlt und spiegelt meine persönliche Meinung wider.

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