Als NiSi Österreich Markenbotschafter konnte ich auch den NiSi Natural Night Filter ausprobieren. Dieser Filter hat zur Aufgabe, den Anteil des gelben Kunstlichts zu blockieren, sodass die Farbe und Helligkeit von Straßenbeleuchtung und Co. nicht mehr das Bild dominiert.

Meine Ausgangslage

Ich bin Fotograf und Fotokursleiter aus Wien und halte seit über 11 Jahren Fotokurse. Meine liebsten Themen in der Fotografie drehen sich um Langzeitbelichtungen, besonders in der Blauen Stunde.

Während ich tagsüber vor allem den Polfilter (CPL) sowie Graufilter (ND) und Grauverlaufsfilter (GND) verwende, ist abends die Ausgangslage eine andere. Denn wenn Kunstlicht die Szenerie dominiert, sind deren warme Farben sehr dominant und oft auch störend.

Als ich den NiSi Natural Night Filter kennen gelernt habe, war ich anfangs skeptisch, inwiefern dieser Filter einen Unterschied macht, der über die Möglichkeiten der Nachbearbeitung hinausgeht. Doch alles der Reihe nach.

(Alle Beispielfotos jeweils zuerst ohne, dann mit Natural Night Filter)

Das Problem

Besonders im urbanen Raum dominiert das warme Kunstlicht der Straßen- und Häuserbeleuchtung. Dieses ist geprägt von gelblichen Farben und oft spotartiger (also sehr kontrastreicher) Beleuchtung von Häuserwänden, etc.

Auch außerhalb von Städten, wenn der Nachthimmel im Fokus steht, ist das abstrahlende Licht (Stichwort „Lichtsmog / Lichtverschmutzung“) störend.

Während sich die Farbe des Lichts über Einstellungen wie Weißabgleich oder selektive Nachbearbeitungen (HSL) verändern lässt, bleibt die starke Präsenz nach wie vor vorhanden.

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Wie der Filter das Problem löst

Der Natural Night Filter soll hier Abhilfe schaffen. Er ist sowohl als Schraub- als auch als Steckfilter für 100mm- und 150mm-Systeme wie V6, V7, S6, etc. verfügbar und fällt durch sein violett gefärbtes Glas auf.

Dieses Glas blockiert das Licht einer gewissen Wellenlänge, die für Kunstlicht typisch ist, also primär den gelben Bereich. So kommt ein großer Anteil vom Kunstlicht erst gar nicht zum Sensor.

Ebenso wie beim Polfilter, der bestimmte Lichtwellenlängen blockiert - in der richtigen Stellung ist das reflektiertes Licht - und damit die unter der Spiegelung liegenden Farben offenbart, verändert sich dadurch auch die Belichtung und die Zusammensetzung bzw. Gewichtung der Helligkeit des Fotos.

Wie beim Polfilter auch, muss man mit dem Natural Night Filter länger belichten, wobei ich es als „kann man länger belichten“ betrachte. Denn da der gelbe Lichtanteil blockiert wird, kann man die anderen Lichtquellen des Fotos länger belichten, ohne dass das Bild überbelichtet wird.

Die Zusammensetzung der Farben im fertigen Bild ändert sich somit auf eine Art, die nicht über eine Nachbearbeitung erreichbar ist. Besonders in hell beleuchteten Städten spielt der Filter seine Stärken aus, indem vom Kunstlicht stark angestrahlte und damit schnell überbelichtete Bereiche entschärft werden.

Das Ergebnis ist ein klareres Bild mit neutraler Farbstimmung. Am Foto finden sich vor allem die anderen vorhandenen Farben. Man muss/kann länger belichten, ohne dass die warmen Kunstlichtbereiche zu hell werden.

Natural Night Filter in der Praxis

In der Praxis ist es oft etwa eine Blendenstufe, um die man mit dem Natural Night Filter länger belichten muss, manchmal auch etwas weniger. Bei hell beleuchteten urbanen Fotomotiven ist das kein großes Problem, dort ist in meiner Erfahrung ein typischer Unterschied: 20 Sekunden Belichtung mit Natural Night Filter statt 13 Sekunden ohne Filter, bei ISO 100 und Blende f/8.

Wenn es um Sternenhimmel-Fotografie geht, bei der die Belichtungszeit nicht beliebig verlängerbar ist (sonst entstehen Sternenspuren) und die ISO-Werte standardmäßig hoch sind, kann es allerdings kritisch werden. Hier sollte der positive Effekt des Filters mit den negativen Auswirkungen des Bildrauschens durch die notwendigen höheren ISO-Werte abgewogen werden.

Nachbearbeitung

Fotos mit dem Natural Night Filter haben ohne Nachbearbeitung manchmal ungewohnte Farben. Besonders der Rot- und Violett-Anteil, der sonst wegen der starken Gelb-Präsenz nicht so auffällt, überwiegt. Falls das stört, können über HSL einzelne Farben wie Rot und Magenta selektiv entsättigt werden.

Was ich besonders angenehm finde, ist die Möglichkeit, einen warmen Weißabgleich zu nehmen, ohne dass Gelb-Töne zu satt werden. Während bei einem normalen abendlichen Stadtfoto typischerweise Weißabgleiche zwischen 2800K und 4000K natürlich aussehen, sind mit Natural Night Filter auch wärmere Interpretationen (5000K und mehr) möglich.

Mein Fazit

Der Natural Night Filter ist ein Effektfilter, der seine Berechtigung hat, aber dessen Effekt natürlich auch Geschmackssache ist. Besonders bei hell beleuchteten urbanen Motiven wirkt sich das Blockieren von gelbem Kunstlicht in meiner Erfahrung sehr positiv aus, weswegen ich ihn dort nicht missen möchte. Das Ergebnis sind klarere Bilder ohne zu starkem Gelbstich. Dort, wo es um eine neutralere Bildwirkung geht, ist der Filter ein wirklich praktisches Werkzeug und eine tolle Ergänzung im Filter-Portfolio.

Für weitere Fragen stehe ich dir u.a. in den Fotokursen Architektur und Wien bei Nacht sowie Blaue Stunde & Light Painting am Donaukanal sowie Prater bei Nacht gerne zur Verfügung.


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